Siegerehrung in Berlin – Vielseitige Erkenntnisse

„Es scheint immer unmöglich, bis es getan ist.“- Nelson Mandela


Ganz ehrlich, wir hätten auch nicht damit gerechnet. Man kennt das, es gibt immer jemanden der in irgendetwas besser ist als man selbst. Aber es geht im Leben nicht immer um „besser“ oder „schlechter“, sondern darum, dass man aktiv nachdenkt und mitanpackt und eh man sich versieht, entsteht ohne Zwang oder Konkurrenzdruck etwas Gutes. Etwas Gutes ist es auch, sich für Nachhaltigkeit einzusetzen. Und diese ist uns, wie ihr auf dieser Seite bereits entdecken konntet, sehr wichtig. Aber natürlich möchten wir uns stetig weiterentwickeln und uns nicht bloß mit den bereits umgesetzten Projekten und Errungenschaften zufriedengeben. Wo es Möglichkeiten gibt, Mitarbeitende zu schulen und den Betrieb energieeffizienter zu gestalten, nehmen wir es wahr. Wer rastet, der rostet bekannterweise.


Und so nahmen wir am Wettbewerb „Energie-Scouts 2022“ teil. Dieses Projekt wurde erstmals 2010 durch Markus Mettler beim ebm-papst ins Leben gerufen, ist seit 2014 Schulungsprogramm bei den Industrie- und Handelskammern und wurde dieses Jahr auch wieder im bergischen Städtedreieck durch die IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid in Zusammenarbeit mit der Energie Effizienz Agentur NRW realisiert. Neben Workshops zur Wirtschaftlichkeitsberechnung und einer Co2-Bilanzierung erhielt das Azubi-Team der Hermann Ullrich GmbH & Co. KG auch einen Kurs zu Präsentationstechniken und brainstormte zu Verbesserungsmöglichkeiten zum Klimaschutz in der u-form Gruppe. Da wir schon lange vor der Teilnahme am Nachhaltigkeitsprojekt so viele klimafreundliche Vorhaben in der u-form Gruppe umgesetzt hatten, war es ehrlich gesagt sehr knifflig für uns, etwas Neues zu überlegen, was im Betrieb gut für die Umwelt sein könnte und dessen Wirtschaftlichkeit zudem gut messbar ist.


Im Laufe der Jahre haben sich bereits 10.000 Azubis in Deutschland zu Energie-Scouts ausbilden lassen, um nach Einsparpotenzialen zu suchen sowie Mitarbeitende in Unternehmen für Klimaeffizienz zu sensibilisieren und wir sind stolz, ein Teil davon zu sein.



Aber es kommt noch besser:

Unsere Projektfindung war sehr erfolgreich. Weil wir eine Stromverbrauchskontrolle mithilfe eines Energiekostenmessgerätes durchführten, welches wir für 24 Stunden zwischen den Rechnern der Mitarbeitenden und der Steckdose installierten, stellten wir fest, dass in der Nacht, wo niemand im Unternehmen arbeitet, trotzdem eine erhebliche Menge Strom verbraucht wurde.


Das lag zum Beispiel daran, dass die PCs in der arbeitsfreien Zeit eingeschaltet blieben, damit man beim mobilen Arbeiten von zuhause darauf zugreifen konnte. Ein ausgeschalteter Rechner im Büro bedeutete zeitgleich, keine Zugriffsmöglichkeit per Remote zu haben. Deshalb entwickelten wir gemeinsam mit unsrer IT-Abteilung unsere eigene Wake-On-Lan-Verbindung, mit welcher wir unsere PCs im Unternehmen auch aus dem Homeoffice aus dem Schlummermodus holen können. Dadurch wird nicht nur ein stabiler Zugriff auf die Server und Datenbanken gewährleisten, sondern auch nachts Strom und Geld sparen. Und das Beste: mit diesem internen Projekt haben wir sogar den ersten Platz bei der Bergischen IHK belegt!


Sehr verwundert über den Gewinn, aber trotzdem mehr als stolz blickten wir dieser Ehrung entgegen, zumal die anderen Azubi-Teams der bergischen IHK ebenfalls sehr gute Einfälle hatten. Ein riesiger Grund zur Freude! Doch das sollte nicht das Ende sein. Viele weitere IHKs (um genau zu sein 60 Stück!) aus ganz Deutschland nahmen an dem Wettbewerb teil und entsendeten insgesamt 38 Siegerteams zur bundesweiten Bestenehrung nach Berlin. Und so begann für die vier Azubis der u-form Gruppe ein ereignisreiches Event.


Ein Spoiler: Nein, wir gehören nicht zu den drei besten Teams aus ganz Deutschland und haben in Berlin keinen weiteren Preis erhalten. Aber wie zu Beginn bereits angedeutet, geht es um viel mehr. Es geht um Sensibilisierung, um Inspiration und die Erkenntnis, dass man nicht allein voller Gedanken und Ideen für eine umweltgerechte Wirtschaft und Industrie ist, sondern es Gleichgesinnte gibt, deren Projekte das eigene Tun bestärken. Und so nahmen wir mit Gewissheit und Frohsinn an der Jahresabschlussveranstaltung des Unternehmensnetzwerks Klimaschutz in der Urania in Berlin teil.



Business & Fun

Bereits einen Tag vor dem Event fuhren wir mit dem ICE nach Berlin. Neben unserer „unternehmerischen Pflicht“ hatten wir so auch ein wenig Zeit, um die Hauptstadt näher kennenzulernen. Nach unserem Check-In im Hotel in Charlottenburg/Schöneberg machten wir uns auf den Weg zum Tempelhofer Hafen, um uns beim Schwarzlicht-Minigolfen zu amüsieren. Anschließend trennten sich unsere Wege. Während sich der eine Teil der Gruppe zurück nach Charlottenburg begab, erkundete das andere Azubi-Duo die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Vorbei am Neptun-Brunnen und dem Fernsehturm mit Zwischenstopp bei einem leider nicht mehr Einlass gewährendem Museum, hin zum Brandenburger Tor und einer schmackhaften Stärkung in einem urbanen Burgerladen führte der letzte Weg zu einer Comedy-Veranstaltung am Prenzlauer Berg. Total müde, aber zufrieden nahm man U-Bahn & Bus zurück zum Hotel und tankte Energie für den nächsten Tag.



Nationale und internationale Siegerehrung

Am folgenden Morgen trafen wir vier uns am Buffet des Hotels zum Frühstücken und gingen dann gemeinsam zur Veranstaltung. Nach einer lebhaften und herzlichen Begrüßung der rund 400 Gäste, die vor Ort dabei und über einen Live-Stream zugeschaltet waren, gab es besondere Ansprachen von zwei achtenswerten Rednern und Förderern. Da der Wettbewerb finanziell von der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz (wessen Träger unter Anderem ebenfalls der Deutsche Industrie- und Handelskammertag ist) als auch von der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums unterstützt wird, lag es fast schon nahe, dass uns Ralf Stoffels, SIHK-Präsident, Präsident der IHK-NRW und DIHK-Vizepräsident, sowie Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekretär des BMWK für unser Engagement lobten und verkündeten vorzusehen, in den nächsten Jahren abermals so viele Auszubildende mithilfe der IHK-Organisation zu Energie-Scouts zu machen, da wir „beeindruckende Kosteneinsparungen und Treibhausgasminderungen [generieren]“.


In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es rund 50 Minuten um das Thema, wie nachhaltige Transformationen im Betrieb gelingen. Danach unterhielt uns ein Kulturbeitrag in Form eines Improvisationstheaterstückes, welches auf Grundlage eines Begriffszurufes aus dem Publikum von Retro-Ökologie in einer beliebten Pizzeria handelte, die aufgrund von Ressourcenrückgang die Ware nicht mehr in gewohnter Qualität anbieten konnte und einen starken Umsatzverlust erlitt, was sich auch negativ auf das Eheleben der Besitzer auswirkte. Letztlich aber kam der Pizzabäcker auf die Idee der Resteverwertung von Abfällen eines naheliegenden Metzgers und konnte sein Geschäft mit Erfolg weiterführen. Da hatten sich die Schauspieler wortwörtlich etwas aus der Rippe geschnitten.


Und dann durften wir viele Projekte kennenlernen. Denn die drei Siegerteams, jeweils eines aus den Kategorien „kleine Unternehmen“, „mittelständische Unternehmen“ und „große Unternehmen“ kamen zur Ehrung auf die Bühne und berichteten, was sie in ihrem Betrieb umgesetzt haben. Aber nicht nur unter den 3 Landesbesten wurden die „Energie-Scouts“ gekürt. Auf internationaler Ebene wurden zudem die sogenannten „Energy-Scouts-Projekte“ aus acht Ländern ausgezeichnet. Unter dem Deckmantel von Young Energy Europe wurden so unternehmerische, energieeffiziente und ressourceneffiziente Umsetzungen von verschiedenen Firmen aus Polen, Tschechien, Ungarn, Slowakei, Kroatien, Serbien, Bulgarien und Griechenland dargeboten. Es war sehr interessant und gab jede Menge Applaus.



Zusatzprogramm

Um kurz nach eins war der offizielle Part vollendet und das Büffet galt als eröffnet. Neben kleinen Häppchen wie herzhaften Tartelettes und Tomate-Mozzarella-Spießen gab es Kürbissuppe, Laugengebäck und Macarons. Wir verließen früh den Veranstaltungsort nahe des KaDeWes, um unsere Gepäckstücke im Hotel abzuholen und diese schon einmal im Berliner Hauptbahnhof einzuschließen, weil wir vermeiden wollten, am Nachmittag kurz vor Abfahrt nach Hause durch unnötiges Pendeln in Zeitnot zu geraten.


Und so gingen wir, nachdem alles ordentlich verstaut war, zum interaktiven Museum „Futurium“, sozusagen ein Haus der Zukünfte, welches mit neuen Technologien und nachhaltigen Ideen sowie gesellschaftspolitischen, moralischen und gesundheitsorientierten Konzepten und Modellen begeisterte und zum Nachdenken anregte. Über ein Armband mit integriertem Chip konnte man persönliche Zukunftsthemen sammeln und ein Profil über sich erstellen lassen, das auf getätigten Antworten zu Entscheidungsfragen verschiedener Fragen bevorstehender Zeiten basierte.



Ausgewertet wurde dieser Chip in der sogenannten Zukunftsmaschine und man erhielt eine Karte mit Code, mithilfe dessen man sich online einloggen und sich noch intensiver mit den Thematiken befassen konnte, falls der Bedarf bestünde. Dieser Besuch war eines von mehreren zur Auswahl stehenden separaten Rahmenprogrammen für die Energie-Scout-Teams, zu denen man sich einige Wochen im Voraus eintragen bzw. voranmelden konnte.

Zum Abschluss bestiegen wir den „Skywalk“ des Museums, ein sonniger und heißer Rundgang über das Dach, mit Aussicht auf die Spree und den Bundestag auf der einen und Ausblick auf die Charité auf der anderen Seite.


Mit hungrigen Magen gönnten wir uns dann noch Berliner Currywürste und einen veganen Burger und traten dann die Heimreise an.

 

Beitrag von: Merle



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